Ist der Körper in schlechtem Zustand, sind es auch die Haare

Kennen Sie das: Ihre Haare sind trocken, statisch aufgeladen, glanzlos und spröde? Sie kämmen sie, pflegen sie mit diversen Mitteln? Haben Sie auch schon vieles probiert, aber sind letztendlich doch gescheitert? Dann versuchen Sie es doch einmal mit einer Methode, die sie vielleicht noch nicht kennen: Ayurveda.
Dieses indische Verfahren stammt aus dem Segment der Gesundheitsvorsorge. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit sechs einfachen ayurvedischen Verfahren Ihrem Haar dabei helfen können, wieder stark, glänzend und kraftvoll zu werden. Grundsätzlich nimmt man bei Ayurveda an, dass der Zustand der Haare die körperliche Verfassung widerspiegelt. Wer sich beispielsweise gesund ernährt hat kraftvolleres Haar, als jemand dessen Ernährung einseitig erfolgt.

Die Rolle von Ahara-Vihar für gesunde Haare

Ernährung ist aber nur einer von zwei Haupteinflussfaktoren auf den Körper – und somit auch auf die Haare. Ferner soll auch der Lebensstil eines Menschen zur Gesundheit seiner Haare beitragen. Diese zwei Faktoren werden bei Ayurveda als Ahara-Vihar bezeichnet.
Beschwerden wie Schuppen, verfrühter Haarausfall oder Fernbleiben der Haare sowie graue Haare in jungen Jahren sind auf ein Ungleichgewicht bei Ahara-Vihar zurückzuführen. Gründe können beispielsweise unregelmäßige Essgewohnheiten oder ein unausgewogenes Ernährungsverhalten sein, aber auch Krankheiten und Vitamin- sowie Mineralien-Defizite.

Ayurvedische Methoden, um das Haar zu stärken

Mit einigen einfachen, ayurvedischen Tricks kann es Ihnen gelingen, Ihren Haaren wieder mehr Glanz und Fülle zu verleihen. Befolgen Sie einfach folgende Tipps:
1. Massieren Sie regelmäßig Ihre Kopfhaut. Greifen Sie am besten zu medizinischem Haaröl, denn dieses hilft der Kopfhaut bei der Regeneration. Erwärmen Sie das Öl und massieren Sie es sanft in die Kopfhaut ein. Besonders wirkungsvoll kann auch eine Kombination mit bestimmten Kräutern sein.

  • Keshya-Kräuter sind besonders haarfreundlich und versorgen Haar und Kopfhaut mit Feuchtigkeit. Außerdem wird die Zirkulation verbessert.
  • Kokosnuss- oder Sesam-Öl, welches mit Amalaki- (Amlabaum), Brahmi- (Kleines Fettblatt), Bhringaraj– (Mo-Han-Lian Pflanze) oder Japa-Kräutern (Hibiskus) angereichert wird, kann dabei helfen, Farbe und Glanz zu intensivieren.

Die ayurvedischen Öle enthalten nicht nur haarfreundliche Kräuter, sondern sorgen durch das Einmassieren auch noch für Entspannung und Erholung. Führen Sie die Massagen etwa zwei bis dreimal pro Woche durch, etwa ein bis zwei Stunden vor dem Duschen oder Baden.

2. Reinigen Sie regelmäßig Kopfhaut und Haare. Dadurch beugen Sie verstopften Haarfollikeln und juckender Kopfhaut vor. Am besten eignet sich dafür ein mildes Kräutershampoo. Je aggressiver Ihr Shampoo ist und je öfter Sie es verwenden, desto eher neigen Kopfhaut und Haare zum Auszutrocknen.
Lauwarmes und frisches Wasser pflegen das Haar am besten. Runden Sie Ihre Dusche mit einem natürlichen Conditioner ab. Besonders wichtig: Verzichten Sie zumindest ab und zu mal auf einen Föhn und lassen Sie Ihr Haar an der frischen Luft trocknen!
Um Spliss zu vermeiden, gehen Sie regelmäßig zum Friseur. Auch das tägliche Kämmen ist wichtig für gesundes Haar, da es der Kopfhaut dabei hilft, das richtige Ausmaß an Talg zu produzieren. Dieses „natürliche Öl“ lässt das Haar gesund und glänzend wirken.

3. Ernähren Sie sich nach ayurvedischen Regeln. Ahara besagt, dass das Haar durch die richtige Ernährung gestärkt werden kann. Essen Sie deshalb in einem gut durchlüfteten, ruhigen Raum und verzichten Sie auf ablenkende Nebentätigkeiten.
Um besser zu verdauuen, sollten Sie während des Essens nicht zu viel trinken – greifen Sie lieber vor und nach der Nahrungsaufnahme zu Wasser. Wenn Sie sehr fettige, würzige oder nicht-vegetarische Lebensmittel gegessen haben, kann lauwarmes Wasser die Verdauung zusätzlich unterstützen.
Das Prinzip hinter dieser Diät ist folgende ayurvedische Annahme: Im Körper gibt es bestimmte Gifte, das sogenannte Ama. Zu viel Tee-, Kaffe, Alkohol-, Fleisch- oder Tabakkonsum sorgen dafür, dass wichtige Nährstoffe die Zellen im Körper nicht erreichen können. Auch viel frittiertes, fettiges, öliges, würziges und extrem saure Nahrungsmittel schaden dem Körper.
Durch eine gesunde Ernährung und den Verzicht auf chemische / synthetische Medikamente können laut Ayurveda die Nährstoffe wieder in die Zellen gelangen.

4. Ernähren Sie sich ausgewogen. Verfrühter Haarausfall und Ergrauen der Haare sind nach Ayurveda vor allem auf Nährstoffmangel zurückzuführen. Besonders positive Auswirkungen auf Ihre Haare können folgende Lebensmittel haben: Sesam, frische Kokosnuss, grünes Gemüse, Datteln, Rosinen, Dahi (Quark), verschiedenen Bohnenvarianten, Nüsse, Körner, gesunde Fette sowie Vollkornprodukte aller Art.
Kochen Sie nach ayuervedischem Prinzip mit aromatischen Kräutern und Gewürzen, um Ihren Körper zu entgiften und die Verdauung zu fördern. Besonders geschmackvoll und magenschonend sind Haridra (Kurkuma), Maricha (schwarzer Pfeffer), Methi (Bockshornklee), Dhania (Koriander) und Jeera (Kreuzkümmel).
Um die Verdauung zu verbessern und das Immunsystem zu stärken, können folgende Kräuter und Gewürze helfen: Amalaki (Amlabaum), Haritaki (Feenkraut), Hingu (Asant / Teufelsdreck), Bhringraja (Mo-Han-Lian Pflanze) und saisonale Früchte. Dabei spielt es keine Rolle, wie alt oder welcher Dosha-Typ Sie sind.

5. Optimieren Sie Ihren Schlaf. Auch Schlaf spielt bei Ayurveda eine zentrale Rolle. Unregelmäßiger oder schlechter Schlaf kann die innere Uhr des Körpers durcheinander bringen. So kann sich der Körper nicht oder nur schlecht regenerieren. Das spiegelt sich ebenfalls in Ihren Haaren wieder.
Legen Sie sich im Optimalfall vor 22 Uhr ins Bett, rund zwei Stunden nach dem Abendessen. Auch ein leichtes Abendessen ist wichtig mit weniger Kräutern und ein Glas Milch nach dem Abendessen können Ihren Schlaf verbessern.

6. Versuchen Sie, Stress zu vermeiden oder zu minimieren. Je höher und länger anhaltend der Stress für Sie ist, desto eher werden Ihre Haare grau und trocken. Sie können stumf und glanzlos aussehen oder sogar ausfallen.
Damit Sie besser mit Stress umgehen können, empfiehlt Ayurveda den Konsum von mit speziellen Kräutern angereicherten Tees, beispielsweise Brahmi (Kleines Fettblatt), Madookparni (Tigergras), Ashwagandha (Schlafbeere) oder Jatamansi (Indische Narde / Speichenähre).
Versuchen Sie außerdem, sich immer genug Zeit zum Erholen und Entspannen einzuräumen. Auch Yoga kann Ihnen dabei helfen, den Stress unter Kontrolle zu halten. Ebenso wird unser erster Tipp – das Massieren der Kopfhaut – von vielen Ayurveda-Nutzer als sehr angenehm empfunden.

Nun warten Sie nicht länger! Geben Sie Ihrem Haar – und vor allem Ihrem Körper – die Aufmerksamkeit, die sie verdienen!